Wer war eigentlich Pater Alfred Delp ?

Pater Alfred Delp wurde am 15. September 1907 geboren und verlebte seine Kindheit mit seinen fünf Geschwistern auf dem Rennhof in Hüttenfeld. Der Rennhof war bis 1983 ein Ortsteil von Hemsbach.

Nach dem ersten Weltkrieg zog die Familie nach Lampertheim um.

Nach dem Besuch der Volksschule und seinem abgebrochenen Konfirmandenunterricht, trat der junge Alfred Delp der katholischen Kirche bei. Mit 19 Jahren machte er als Klassenbester im Dieburger Gymnasium das Abitur und trat 1926 in den Orden der Jesuiten ein.

Ab 1933 war Alfred Delp auch schriftstellerisch tätig.

1937 wurde er zum Priester geweiht und gleich danach in den Redaktionsstab der "Stimme der Zeit" zur Bearbeitung sozialer Fragen berufen.

In dieser Zeit verhalf er vielen jüdischen Familien zur Flucht.

Nach dem Verbot dieser profilierten Zeitung übernahm er als Seelsorger die Pfarrei von Heilig-Blut in München-Bogenhausen.

1939 promovierte Alfred Delp zum Doktor der Philosophie. 

Er begann sich für die Verfolgten des Nazi-Regimes einzusetzen und erste Kontakte zu Kreisen des Untergrunds zu knüpfen.

In die Widerstandsbewegung und in die Sorge für ein besseres Deutschland wurde er gerufen, als Helmuth Graf von Moltke im Jahr 1942 Männer verschiedener Herkunft, Konfession, Weltanschauung und sozialer Gesinnung auf das Gut " Kreisau" in Schlesien einlud.

Sie besprachen die Arbeiterfrage und die Planung einer Sozialordnung. Daraus entstand die Widerstandsbewegung

 " Kreisauer Kreis".

Das von Graf Staffenberg geplante Attentat auf Hitler lehnte er ab.

Am 18. Juli wurde Alfred Delp von der Gestapo in München verhaftet und zwei Tage später ins Gefängnis nach Berlin gebracht.

Am 9. Januar 1945 begann sein Prozess vor dem Volksgerichtshof in Berlin.

In seinem Prozess bot er dem Vorsitzenden Roland Freisler die Stirn und untermauerte seine These, Christentum und Nationalsozialismus sind unvereinbar. Bis in den Tod hinein hat Pater Alfred Delp für die Freiheit und Würde des Menschen gekämpft.

Am 11. Januar 1945 verkündete der berüchtigte Präsident des Volksgerichtshofs, Roland Freisler, das Todesurteil.

Die Zeit der Haft wurden die wertvollsten Tage seines Lebens.

Mit gefesselten Händen mühsam zu Papier gebracht und über Mitgefangene herausgeschmuggelt, schrieb er Betrachtungen zu verschiedenen Fragen der Menschlichkeit, der Kirche und des Vaterlandes.

Was jemand schreibt, erhält seinen letzten Sinn und wahres Gesicht durch das, was er erlebt.

Das muß man bedenken, wenn man die geistlichen Schriften Alfred Delps liest. Sie sind geschrieben von einem Mann, der das, was in seinen Texten ausgesprochen wird, durch eine monatelange Kerkerhaft und den Tod durch Erhängen besiegelt hat.

Am 2. Februar 1945 wurde Pater Alfred Delp in Berlin-Plötzensee hingerichtet.  

" So will ich zum Schluß tun, was ich so oft tat,.....segnen...." (Pater Alfred Delp vor seinem Tod )